Wie viel Leere braucht die Fülle?

Meine abstrakte Malerei mit Acryl- oder Ölfarben bewegt sich zwischen Verspieltheit und Strenge, zeichnerisch und malerisch. Mit bewusster Reduzierung von Form und Farbe abstrahiere und arbeite ich nach dem minimalistischen Prinzip „Weniger ist Mehr“. In der Kunst genügt das Wenige, um viel zu denken. Wer sich mit dem Wenigen befasst, schließt eine gewisse Unterhaltsamkeit aus und erzielt eine Steigerung der Intensität. Die Flächen sind blockhaft auf die Leinwand gesetzt, sie verzichten auf alles Vorlaute, auf alles Anbiedernde. Sie sind kraftvoll anwesend.

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Meine Werke sind:
vielschichtig – ohne überladen zu sein,
wild – ohne wüst zu sein,
farbintensiv – aber nicht bunt,
kontrastreich – aber nicht knallig,
spannungsgeladen – dennoch sensibel und harmonisch.

Anfangs lege ich in lockeren Skizzen die Bildkomposition fest, löse mich von der Wirklichkeit und schaffe durch Reduktion eigene Formflächen. Klare Positionen, Strenge und Einfachheit lassen die Arbeiten wirken. Handwerkliche Spuren, wie der Pinselduktus oder Kratzspuren versinnbildlichen den Prozess manueller Arbeit. Diese Spuren sind erwünscht.

Im Malprozess muss ich immer wieder die Balance zwischen meditativer Ruhe und Handlungsimpuls ausloten. Schicht für Schicht wächst etwas heran. Strukturen werden sichtbar. Die Flächen erhalten so eine Biografie, eine Persönlichkeit. In meinen Arbeiten ist eine große Ambivalenz erkennbar: sauber und schmutzig, ordentlich und unordentlich, still und lebhaft, aktiv und passiv. Stark durchgearbeitete Flächen stehen neben transparenten Lasuren.

Bilder erzählen vom Leben, und wenn sie vom Leben erzählen, können sie nicht nur schön und ästhetisch sein. Sie dürfen leicht beunruhigen, morbide sein, provokant sein. Auf diese Weise wecken die Bilder das Interesse des Betrachters und ziehen ihn in seinen Bann.